Eigentlich wollten wir gar keinen Hund.

 

Dreck, Haare, Geruch… Wir waren zwar schon immer Naturkinder, die Opas waren Jäger, jeweils mit Rauhhaardackeln, aber die Liebe zur Jagd und den Dackeln musste erst die Generation unserer Eltern überspringen um bei uns einzuschlagen. 

Wir konnten uns also in unserer ersten gemeinsamen Wohnung im Leben nicht vorstellen einen Hund zu haben und dann passierte etwas Entscheidendes. Ein Rauhhaardackelmädchen stand eines Abends vor unserer Terrassentür (es war kurz nach unserem Einzug in die Erdgeschosswohnung eines Mehrfamilienhauses) und wollte rein. Kratzte am Rahmen. Da kann man ja auch nicht nein sagen, zumal weit und breit niemand zu sehen war. Nach 3 Runden um den Block um den Besitzer nicht zu finden, nahmen wir sie auf. Und damit nahm das Schicksal seinen Lauf…

Sie wurde natürlich vermisst, von unserem Nachbarn. Erst entstand ein Gespräch, dann eine Freundschaft. Durch ihn wurde der lange gehegte Wunsch einen Jagdschein zu machen konkret und mit seiner Hilfe und vielen Übungseinheiten schnitten wir 2010 super ab bei unserem grünen Abitur.

Das Dackelmädchen war immer dabei, wir hatten einen Leihdackel fürs Wochenende und unser Freund mal Zeit zu einer Party zu gehen.

Schussfest wie sie war, hatte sie dennoch eine Heidenangst vor Gewitter. Und so kam es, dass dieser iiiih-eckelhafte Hund in einer Gewitternacht im Bett schlief… Am Fußende… 

Wir waren schwer verliebt in diesen süßen, lustigen, großen, polnischen Dackel und umso erschütterter als sie starb.

Wir wollten umziehen ins eigene Haus und hatten uns gefragt, wie es wohl wäre, ob sie an der leeren Wohnung kratzen würde… dazu kam es dann nicht mehr.

 

Lange ausgehalten haben wir es nicht ohne Dackel. Der Sohn von besagtem Nachbarn auch nicht. Er kaufte sich ein Dackelmädchen und als wir den Welpen sahen wussten wir es mit absoluter Sicherheit: der Spruch stimmt, dass ein Leben ohne Dackel möglich aber sinnlos ist.

Wir fuhren nach Vlotho und wollten uns eine saufarbene Hündin ansehen. Es kam wie so oft anders. Bente das kleine braune Mädchen hat sich uns ausgesucht während sich ihre Schwester, für die wir ja gekommen waren nicht die Bohne für uns interessierte.

Jagdlich und züchterisch sicherlich nicht die besten Kriterien sich einen Hund „auszusuchen“, aber was soll`s. Da hatten wir auch noch keinerlei züchterische Ambitionen.

Hätten wir von Anfang an gewusst, wie viel Jagdpassion und Gelehrigkeit aber auch Liebenswürdigkeit und Komik in diesem Hund stecken, hätten wir immer wieder genau so gewählt.


ca 1983 Klein Sarah mit Opas Dackel Laika